Karolina Brachman (Sopran) studierte zunächst Musikwissenschaft und Gesang an der Musikakademie „Karol Szymanowski“ in Kattowitz (Polen). Der Wunsch, sich der Alten Musik zu widmen, sie kennen und verstehen zu lernen führte sie nach Deutschland in die Gesangsklasse von Prof. Barbara Schlick an der Hochschule für Musik Köln.
Schon während des Studiums hat Karolina Brachman bei der Rheinischen Kantorei unter der Leitung von Hermann Max mitgewirkt, sang im Stuttgarter Kammerchor (Ltg. Frieder Bernius), trat auch mit dem Orchester Arte dei Suonatori (Polen) und La Stravaganza Köln auf. Mit der Frauenschola Ars Choralis Coeln hat die Sängerin die Welt der mittelalterlichen Musik erforscht.
Inzwischen ist Karolina Brachman zu gefragten Solo- und Ensemblesängerin geworden. Ihre Engagements bei u. A. Musica Fiata/Capella Ducale, dem Marais Consort, Accentus Austria, Ars Choralis Coeln, dem polnischen Ensemble Parnassos führten sie an bedeutende historische Orte wie den Quedlinburger Dom, die Wartburg oder das Kloster Eberbach und auf die Festivals wie Styriarte und Trigonale (Österreich), Festival Oude Muziek (Utrecht), Romanische Nacht (Köln), Tage Alter Musik Regensburg, Europäische Wochen Passau, Rheingau Musik Festival, Händel Festspiele (Halle) und Bachfest Leipzig.

Nach, wie vor bleibt die Alte Musik, die Historische Aufführungspraxis ein ästhetischer Wegweiser in ihrer künstlerischen Tätigkeit. Die Sängerin spricht selbst so darüber:

Ich habe den Eindruck, dass sich die Menschen über die Jahrhunderte nicht allzu sehr geändert haben. Das Wichtigste, das, was die Menschen treibt, sich über die Kunst der Welt mitzuteilen, alle die Werte und starken Gefühle: Glaube, Liebe, Schmerz, Gottesfurcht, die Gefühle in Angesicht der Schönheit, des Mysteriums oder des Schreckens, sind trotz unterschiedlichen Intensitäten und Proportionen in den verschiedenen Epochen, im Wesentlichen gleich geblieben.
Es variiert allerdings die Sprache, in der die Künstler darüber geschrieben haben, und diese Variation verrät uns, welche Bedeutung ein bestimmtes Gefühl oder Wert in ihrer Zeit hatte.
Diese Sprachen der unterschiedlichen Epochen möchte ich kennen lernen. Ich möchte wissen, was im Lauf der Geschichte wichtig war und wie man darüber sprach, auf welche Weise, man das zu Ausdruck gebracht hat.
Etwas sagt mir, dass diese Herangehensweise der Musik am dienlichten ist, dass ich dadurch die Stücke lebendig machen kann. Für mich bedeutet mehr Wissen einfach mehr Möglichkeiten für meine Interpretationen.


Seit mehreren Jahren arbeitet Karolina Brachman mit dem Lautenisten Christoph Barth zusammen. In der Kammermusikalischen Tätigkeit bemüht sich die Künstlerin Programme zu gestalten, die an Literatur oder Malerei anknüpfen.
Wann immer sich die Gelegenheit bietet, versucht die gebürtige Polin auch mit Aufführungen von Musik ihrer Heimat aufzutreten, was sie oft - über Karol Szymanowski - zu Musik der Moderne führt.

Seit 2009 hat die Sängerin auch der wissenschaftliche Betrieb eingeholt: als Gastdozentin lehrt sie an der Musikakademie „Karol Szymanowski“ in Kattowitz das Fach Historische Aufführungspraxis.
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